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Die Sängerin Zulya ist schon etwas Besonderes: Kaum jemand
versteht es so wie die in der russischen Wolgarepublik Tatarstan
geborene und seit 1991 in Australien lebende Sängerin / Instrumentalistin
/ Komponistin die Kulturen ihrer zwei Heimatländer zu verbinden.
Da ist die tiefe Melancholie, die einen großen Teil der russischen
Seele ausmacht, wie auch eine fröhliche Lebendigkeit zu spüren.
Die Liebe zur Melodie und zum verspielten Detail, sorgfältig
überlegte Experimentierfreude, das gekonnte vermischen von
Folklore mit Chanson-, Pop- und Jazz-Elementen machen "3 Nights"
zu einem beeindruckenden Singer/Songwriter-Album, das nur noch durch
die russische Sprache und gelegentliche traditionelle Momente an
ein Weltmusik-Album erinnert. Diese besondere Mixtur, angereichert
mit Walzer und Tango, zeigt so deutlich wie noch nie zuvor, dass
Zulya ihren eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt hat.
"3 Nights" ist Zulyas fünftes Album und das zweite
mit ihrer inzwischen fest zusammengewachsenen Band The Children
of The Underground. Wie auf dem Vorgänger-Album stammen alle
Kompositionen von ihr und ihren Bandmitgliedern. Nur zweimal wurde
auf traditionelles Repertoire zurückgegriffen: Ein alter Kinderreim
wurde von Bassist Andrew Tanner auf der Maultrommel mit einer Melodie
versehen und ein tatarisches Traditional wurde von der gesamten
Band neu arrangiert.
Zulya and The Children of The Underground - das sind zwei Elemente,
die eine Einheit bilden. Hier ist niemand der Star an der Bühnenfront,
jedes Bandmitglied ist ein tragender Pfeiler des gesamten Gebildes.
Bassist Andrew Tanner, Musik- und Lebensgefährte schon seit
längerer Zeit, hat mit seinem einfühlsamen Bassspiel und
seinem fantasievollen Agieren an diversen anderen Instrumenten einen
gleich großen Anteil am Gelingen des Albums wie Schlagzeuger
Justin Marshall, der wie gewohnt mit Ideenreichtum an seinen zahlreichen
Schlaginstrumenten glänzt. Gitarrist Lucas Michailidis wandelt
gekonnt zwischen den Stilen hin und her und der viruose Anthony
Schulz am Akkordeon (sowie an der Hammond-Orgel) setzt mit seinem
Instrument ganz besondere Akzente - lyrisch, verspielt, aber vor
allem virtuos. Und Zulyas Stimme klingt wie bereits auf ihren früheren
Alben klar und weich. Egal, ob zarte Ballade oder laute Uptempo-Titel
- sie versteht es mit ihrer Vielseitigkeit, die jeweils richtige
Stimmung zu erzeugen und den Hörer mitzuziehen.
Der große Unterschied von "3 Nights" zu den Vorgänger-Alben
ist, dass es sich nicht mehr regional einordnen lässt. Waren
"Aloukie" und "elusive" sehr von ihrer Heimat
Tartastan geprägt, war Zulyas letztes Album "The Waltz
of Emptiness" ein - musikalisch, sprachlich und thematisch
- rein russisches Album. "3 Nights" nun klingt international.
Die zahlreichen unterschiedlichen Elemente bilden als Gesamtbild
eine persönliche, unverkennbare Handschrift. Zulya and The
Children of The Underground scheinen am Ziel angekommen zu sein:
Eine eigene musikalische Sprache weiterentwickelt, ein Kollektiv
aus gereiften Persönlichkeit mit einem eigenen, gemeinsamen
Charakter.
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