Nykelharpa
Eine Nyckelharpa ist ein traditionelles schwedisches Instrument, das in seinen verschiedenen Formen schon seit über 600 Jahren existiert. Auch heute befinden sich noch mindestens 4 verschiedene Modelle in Gebrauch, was für ein derart altes Folkinstrument sehr ungewöhnlich ist.

Die moderne Chromatische Nyckelharpa besitzt 16 Saiten: 3 MelodieSaiten, eine Bordunsaite und 12 sympathetische Saiten (Resonanzsaiten). Etwa 37 hölzerne Tasten sind in Reihen unterhalb der Saiten angeordnet. Jede einzelne Taste wird über einen Schieber in einem Tangentenkasten an die Saite gedrückt und erzeugt dadurch einen bestimmten Ton. Der Musiker streicht das Instrument mittels eines kurzen Bogens mit der rechten Hand an und bedient die Tasten mit der linken. Die Nyckelharpa geht über drei Oktaven (vom tiefen "G" ausgehend, das der 4. Saite der Fiedel entspricht) und hat auch einen ähnlichen Klang wie die Fiedel, besticht aber durch eine besonders starke Resonanz. Ältere Formen der Nyckelharpa besaßen weniger Tasten, weniger (oder gar keine) sympathetischen Saiten und weniger Melodiesaiten, dafür aber mehrere Bordunsaiten.

Das Wort "Nyckel" ist Schwedisch und bedeutet Schlüssel; "Harpa" hingegen lässt sich wohl nicht so einfach übersetzen. Die Älteren unter den Schweden meinten mit einer "Harpa" häufig eine Gitarre oder eine Fiedel. Es kann sich aber auch um eine allgemeine Bezeichnung für ein Saiteninstrument handeln (was ja auch Sinn macht, wenn man sich die Grundform des Instruments vor Augen führt - ein paar freischwingende Saiten auf einem Kasten, eine Harfe). Die Nyckelharpa wurde ursprünglich auch als Nyckelgiga, Nyckelspel oder Nyckel-lira bezeichnet. - Die Nyckelharpa wird von einigen auch als schwedische Schlüsselfiedel bezeichnet, Nyckelharpa ist aber einfacher auszusprechen.

Heutzutage gibt es in Schweden etwa 10.000 Nyckelharpa-Spieler, was in erster Linie dem unermüdlichen Einsatz von Eric Sahlström zu verdanken ist. Das Instrument war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahezu ausgestorben, feierte aber in der Hippiegeneration der 60er und 70er Jahre ein beachtliches Comeback. Im Buch "Uppländske Spelmän under 400 århundraden", eine Geschichte der uppländischen Folkmusik zwischen 1550 und 1950, wurden lediglich 249 Nyckelharpa-Spieler aufgeführt.