Lydie Auvray
"Madinina - caribbean collection " (CD 87345 - Vinyl 87344)
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"Musetteries" (CD 87296)
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"3 Couleurs" (CD 87240)
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"Trio" (CD 87181)
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"Soirée" (DVD 87157 / CD 87158)
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"Regards" (CD / Media-Book 87133)
     
"Pure" (SACD 5.1 Surround Sound + CD 87106)
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  "Tango Toujours" (CD 87099)



     
  "Triangle" (CD 87308)

     
  "Premiere & Paradiso" (CD 87021)

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  Notenhefte und Bücher
 

Lydie Auvray zum 40jährigen Bühnenjubiläum

Madinina ist der ursprüngliche Name der Insel Martinique und bedeutet "Blumeninsel". Nach Frankreich und Deutschland war diese Insel nicht nur lange Zeit wie eine dritte Heimat für Lydie Auvray, sondern auch eine Quelle der Inspiration. In vielen ihrer Kompositionen ist der fröhliche, rhythmische Einfluss der Musik der französischen Antillen deutlich zu hören.

Zwei Gründe waren der Anlass für die Herausgabe dieser Zusammenstellung. Zum einen die häufige Nachfrage des Publikums bei Konzerten, auf welcher CD denn die meisten "karibischen" Kompositionen vertreten seien. Und zum zweiten Lydie Auvray's 40jähriges Bühnenjubiläum. 1977 war sie zum ersten Mal auf deutschen Bühnen unterwegs in der Band von Jürgen Slopianka. Die Klangfarbe und Spielweise des ihres Akkordeons interessierte und fasziniert schnell weitere Kollegen - Thommie Bayer, Klaus Hoffmann, Hannes Wader, Peter Maffay, Senta Berger, Stefan Remmler - um nur einige zu nennen.

Und dann ist da noch die erste von vielen Reisen nach Martinique - 1988 - vor fast 30 Jahren. Die den Anstoß zu so vielen musikalischen Einflüssen darstellte. Auf der LP vertreten sind 12 Titel aus den Jahren 1987 bis 2006 - man sieht, die Affinität zur karibischen Musik deutet sich schon vorzeitig an. Auf der CD sind es zwei Titel mehr, auf die wir aus klangtechnischen Gründen auf der Vinyl-Edition verzichten mussten. Nach 2006 folgten zunächst Alben, die sich mehr der Musette oder dem Akkordeon-solo widmeten.

Auf dem Album vertreten sind auch zwei Titel aus dem Live-Album "en concert" von 1999, das lange Zeit nicht mehr erhältlich war und anlässlich von Lydie Auvrays 40jährigem Bühnenjubiläum neu aufgelegt worden ist. "En concert" ist das erste Live-Album der "Grande Dame des Akkordeons", das die Spielfreude der Band vor einem Publikum im Unterschied zur Studio-Situation perfekt einfängt. Jede Band hat Live einen anderen Andrenalin-Pegel als im Studio - wer das mag, ist mit "en concert" von Lydie Auvray bestens bedient, wenn sie/er es mit nach Hause nehmen möchte. (Für Kenner der Materie: es gab 1989 schon ein Live-Album; das kann "en concert" allerdings nicht das Wasser reichen und ist auch nicht mehr erhältlich).

Re-mastered wurden die zum Teil in Analog-Zeiten aufgenommenen Titel der Madinina-Veröffentlichung von Reinhard Kobialka in den Topaz Studios, Köln, ohne dabei einen grundlegenden Eingriff in den Sound vorzunehmen. - Ein Glücksgriff für das Cover war die Künstlerin Saskia Gaymann, die zudem noch zwei wunderschöne "Karikaturen" für die LP-Innenhülle und das CD-Booklet beisteuerte. Für den Druck bearbeitet und in Form für LP/CD gebracht von Volker Neumann, neomania design (auch die nicht-musikalischen Akteure verdienen mal eine Erwähnung).

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Gleich drei Jubiläen feiert Lydie Auvray im Jahr 2012: neben ihrem 35. Bühnenjubiläum und dem 30. Geburtstag der Auvrettes ist Trois Couleurs das 20. Album in der Karriere der 1956 in der Normandie geborenen Musikerin mit Wohnsitz Köln. Aber dem nicht genug, beschreitet das Album neue Wege und bringt zum ersten Mal in einer Art Bestandsaufnahme ihrer aktuellen Arbeit Aufnahmen als Solokünstlerin mit den Einspielungen der Auvrettes und denen ihres Trios auf einer CD zusammen. Also nicht nur drei, sondern gleich vier gute Gründe, sich das Album und Lydies Karriere einmal etwas genauer anzusehen.
Was ist nicht schon alles über sie geschrieben worden: "Lydie Auvray verkörpert wie kaum eine andere derzeit, was Akkordeonspielen ausmacht: Lebensfreude pur" schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einer Rezension und Elke Heidenreich schwärmte in einer persönlichen Widmung: "ich kenne alle ihre Stücke, ich habe sie und ihre Band oft im Konzert erlebt, und immer wieder sitze ich da und staune, was sie alles kann, wie sie Herzen brechen und wieder reparieren kann mit ihrer Musik…. Ihre Musik ist sehr französisch und sehr kreolisch, sehr melancholisch und sehr frech und heiter…".

Auf dem neuen Album Trois Couleurs findet man all diese Elemente wieder und dazu einige mehr: Lydie Auvray ist in allen Genres zuhause und auf keines davon festgelegt. Neben wunderbaren Tangos und Musettes gibt es auf dem Album eine bis ins Mark erschütternde Zartheit in dem Instrumentalstück "Das Meer" zu entdecken; in dem unter Eindruck der Ereignisse in Fukushima geschriebenen Stück "Complainte" treffen brachiale Rockelemente auf Motive eines Klagelieds, "Le temps (n'est pas un long fleuve tranquille)" verbindet Chanson und angelsächsisch anmutende Choralelemente und das jazzig-schmissige "Et Apres" erinnert in seiner Leichtigkeit an David Benoit. Als Bonus Track enthält das Album ein Duett namens "Dis-moi grand-mère" mit Lydies Tochter Cannelle Picot, die hier zum ersten Mal gemeinsam mit ihrer Mutter in einer Aufnahme vereint ist.

Zu "Trio" schreibt Lydie Auvray - "Ich liebe die Arbeit mit den Auvrettes, meiner Band. Ich liebe die komplette Besetzung mit dem tiefen Puls des Basses und die lebendige Rhythmik des Schlagzeugs. Ich liebe die schnellen lauten Stücke. Aber genauso liebe ich die leisen Töne. Die feinen Dialoge mit der Gitarre, die Zwischentöne mit dem Klavier. Und die gehen manchmal ein bisschen unter in der vollen Besetzung. - Als wir mal zu dritt probten, merkten wir: ja - das ist auch schön, das ist was anderes, eine andere Qualität, ein subtileres Zusammenspiel. So entstand die Idee, mehr mit einer Trioformation zu machen.

Es sollte nicht das Auvrettes-Programm ohne Bass und Schlagzeug sein. Die drei Instrumente erleben hier ein anderes Zusammenspiel, ein gleichwertigeres, partnerschaftlicheres. Gitarre und Piano begleiten nicht nur das Akkordeon und die Stimme - sie umspielen, übernehmen, führen und folgen dann wieder. Wir haben das live präsentiert; es hat dem Publikum offensichtlich gefallen.

Für die CD haben wir neue, speziell für das Trio geschriebene Kompositionen und ältere Titel, die nicht mehr auf CD erhältlich sind, ausgewählt. Dazu kommen ein paar Titel aus der jüngeren Vergangenheit, die sich besonders gut für das Trio-Gewand eignen. Bei dem Klang haben wir darauf geachtet, dass die "Intimität" des Trios bewahrt wird."

SOIRÉE - Lydie Auvray und die Auvrettes, das ist ein Markenzeichen, eine magische Formel, die mit zuneh-mender Konzertdauer allenthalben ein wie selbstverständliches Lächeln in die Gesichter der Zuhörer malt, ja regelrechte Glücksgefühle beim Publikum auslöst.

Neben den dazu erforderlichen musikalischen Zutaten ist es nicht zuletzt die Persönlichkeit von Lydie Auvray selbst, die für diesen wundersamen Prozess verantwortlich ist. Unmittelbar und zum Greifen nah sind ihre Präsenz und die überbordende Spielfreude, die vermeintlicher Routine nach immerhin 30 Jahren keine Chance lässt. Lydie Auvray spielt nicht nur ihre Stücke, sie lebt sie geradezu.

Die unverkennbare Mischung verschiedener musikalischer Quellen, die Lydie Auvray und ihre Gruppe "Die Auvrettes" zu einem ganz eigenen Sound verschmelzen, kennt keine Berührungsängste. Es ist eine schwebende, leichtfüßige und temperamentvolle Musik, die mit Jazzelementen spielt, die die Fröhlich-keit der Musette-Walzer, Lydie Auvrays musikalische Wurzel, mit der Sinnlichkeit des Tangos und der Lebensfreude der karibischen Musik mit viel Charme und Esprit zu einem eigenen unverwechselbaren Stil vereint.

Bestsellerautor Thommie Bayer drückte das vor ein paar Jahren so aus: "Man könnte hundert Akkor-deonisten miteinander spielen lassen, wäre unter ihnen Lydie Auvray, man hörte sie heraus".

Auch als Sängerin macht die Auvray eine gute Figur. Mit ihrer zarten Stimme erzählt sie gehaltvolle Geschichten, die uns alle berühren: von der Zukunftslosigkeit der Straßenkinder in Rio, von dem Entfliehen der geliebten Mutter in ihre eigene Welt, von der Unmöglichkeit ein Liebeslied zu schreiben, ohne in Banalität zu verfallen, von dem Verlust der eigenen kulturellen Identität durch die Hegemonie amerikanischen Lifestyles. Die Balladen fügen sich in ihrer melodiösen Entspanntheit wie Ruheinseln in einen Fluss aus purer Energie und guter Laune.

Nicht zuletzt tragen aber auch die vier Männer an ihrer Seite als "Auvrettes" einen wichtigen Teil zu diesem eindrucksvollen Erlebnis dazu bei. Jeder von ihnen hat eine eigene eindrucksvolle Musiker-Karriere vorzuweisen. Zusammen sind sie - bei aller Individualität - eine Band, die in ihrem Spiel Perfektion und Kompaktheit mit Spielfreude und filigraner Leichtigkeit zu verbinden weiß.

Eine "Soirée" mit der geradezu ansteckenden Musik von Lydie Auvray und den "Auvrettes" ist ein geeignetes Mittel gegen die Tristesse des Alltags.

REGARDS - Ein neues Album von Lydie Auvray ist wie Nachhausekommen - alles ist vertraut, sympathisch, warm, man findet sich zurecht und kennt sich aus. Aber dieses Nachhausekommen ist nicht das nach einem kurzen Einkauf oder langen Arbeitstag, es ist das nach einer Reise, denn auf all die Vertrautheit und Ruhe fällt auch der frische Blick dessen, der mit Freude und Erstaunen feststellt, dass etwas schön ist, ihn verzaubert oder rührt, und seinem entwöhnten Auge in unerwartetem Glanz erscheint.

In Wirklichkeit ist alles neu, weil man plötzlich begreift, dass in jeder Sekunde eine Zukunft beginnt. Wenn man einmal auf diese Art den Blick geändert hat, versteht man besser, was es bedeutet, wenn gesagt wird, dass ein Künstler "sich treu bleibt". Denn natürlich ist jedes Stück auf "Regards" neu und anders als frühere Stücke von Auvray, aber es ist eben noch immer Auvray, die sie komponiert, arrangiert und mit ihren großartigen Musikern eingespielt hat. Und sie ist sich und ihren Hörern treu.

Bei jeder Eroberung, die sie macht, jeder Inspiration, der sie sich überlässt, und jeder Finesse, die sie in ihr Repertoire aufnimmt, ist sie unverkennbar, unverfälscht und unbeirrbar Lydie Auvray, die Frau, deren spielerische Subtilität, Eleganz und Milde sich nur jedes Mal als noch ausgereifter und entspannter erweist.

"Regards" heißt auf französisch "Betrachtungen" oder "Anblicke", aber wenn man es auf englisch liest, sind es Grüße. Beides passt. Beides stimmt. Und für beides gilt, dass sie sehr persönlich sind, sehr unaufdringlich und dezent - die Anblicke nicht grellbunt und die Grüße nicht gebrüllt. - Das Album klingt unglaublich schön vom ersten bis zum letzten Ton - es ist ein schmeichlerischer Ohrenschmaus. Alles Feine, Subtile und Exquisite in dieser Musik nimmt wie ein Feuerwerk für die Augen oder eine Geschmacksexplosion für den Gaumen seinen Weg direkt durchs Ohr zu den entsprechenden Stellen im Gehirn, um dort alles, was an Endorphinen, Opiaten und Hormonen bereitsteht, in Richtung Glücksempfinden zu jagen

PURE - In den nunmehr 28 Bühnenjahren und der über 23 jährigen Zusammenarbeit mit meiner Band, den „Auvrettes“, habe ich immer die Situation genossen, mit anderen gemeinsam Musik entstehen zu lassen. Zum einen als führende Melodiestimme, zum anderen eingebettet in den Klang der anderen Instrumente. Und dann war da immer dieser Moment in den Konzerten, bei dem das Akkordeon alleine - pure - für sich stand. Kein Moment, um auf Fingerfertigkeit oder Virtuosität zu setzen, sondern auf Ausdruck und Gefühl. Da spürt man - auch als Spieler - ganz unmittelbar die vielfältige Gestaltungskraft des Balges, der geführt werden möchte.

Mit dieser Produktion habe ich versucht, diesen Augenblick festzuhalten. Mein Anliegen war, die ganze Dynamik aufzuzeigen, die im Balg des Akkordeons steckt und die sein Leben ausmacht. Ich wollte, dass man vom leisesten, traurigsten Einzelton bis hin zum lautesten, lebensbejahenden Akkord die ganze Palette hört und fühlt. Das geht nämlich - fast zwangsläufig - durch die anderen Instrumente ein wenig unter.


Bei den Vorbesprechungen für die Aufnahmen zu „pure“ wurde schnell deutlich, dass es sich hier um eine besondere Aufnahmesituation handelt. Akkordeon solo sollte im Raum erklingen und den Hörer ganz persönlich und direkt erreichen, und damit auch der Eindruck: Lydie sitzt neben oder vor mir und spielt nur für mich. - Da von Anfang an klar war, dass die Aufnahmen auch als 5.1 Surround Sound Produktion erscheinen würden, haben wir uns bei der Mikrophonierung um eine sehr räumliche und naturgetreue Abbildung des Akkordeons bemüht. Und das ist hörbar gelungen dank der hervorragenden Aufnahmearbeit von Brigitte Angerhausen (www.angerhausen.org).

TANGO TOUJOURS - Es ist ein bisschen wie beim Blues: da bekommt man im Wesentlichen nur drei Harmonien geboten – beim Tango ist es nur ein einziger Rhythmus. Umso mehr kommt es an auf die Farben, die Klänge, die Melodien, die Spielkultur und Musikalität, und hier – wer hätte anderes von Lydie Auvray und ihren Auvrettes erwartet – lässt es Tango Toujours an nichts fehlen. Unverbesserlich leicht und elegant kommt die Musik daher, mal getupft, gehaucht und pointilistisch, mal gezirkelt, mal gestanzt, immer mit Delikatesse und Seele zelebriert, schlendern die Tangos einer nach dem anderen oder stolzieren, schleichen, tänzeln, schreiten an unser Ohr und von dort ins Herz. Und in die Beine.
Verstärkt und aufs allerfarbigste unterstützt werden die Auvrettes bei diesem Album vom Streichquartett Indigo, und es klingt so homogen und warm, dass man glauben könnte, diese Zusammenarbeit sei in Jahren erprobt. Es ist als hätten sich zwei gefunden, die einander schon lang gesucht haben, man hört die Sympathie, sie überträgt sich und schwingt mit. Schön auch, wie der Streicherklang den Hauch von „Alte Welt" verstärkt, von dem der Tango schon immer umweht ist, die Prise Melancholie, das Zarte, fast scheue Element dieser von sich aus filigranen Musik.
Dies ist eine neue Facette im Oeuvre von Lydie Auvray, wie immer von ihrer Eigenart und Originalität geprägt, und diesmal mit einer zweifachen Verneigung dargeboten: einmal vor dem Tango, dieser eindringlichen und distinguierten Musik und dann vor dem Streichquartett als Klangkörper mit seiner anrührenden, beseelten Raffinesse des Ausdrucks und Klarheit und Wärme seiner Farben.
Beim Hören von Tango Toujours verspürt man Sehnsucht. Und fühlt sich doch wie angekommen. Vielleicht ist es die Sehnsucht nach solcher Musik? Nach dieser Musik? Deren Vorhandensein wir erst in dem Moment bemerken, da sie erfüllt wird?

PREMIERE + PARADISO - Die beiden Produktionen "Premiere" (1981) und "Paradiso" (1983) haben 70 Minuten Musikgeschichte geschrieben. Es gelingt der "Hexe auf den tausend Knöpfen" die als bierselig verschrieene Atmosphäre des Akkordeons mit einer gelungenen Mischung aus Jazz, Pop und sphärischen Klängen wegzuspielen und dem alten, Anfang der 80er Jahre für die moderne Musik totgeglaubten Instrument neues Leben einzuhauchen.

Quer durch Tango, Blues und Rock zeigt die Französin eindrucksvoll, dass in den Klangmöglichkeiten des Akkordeons mehr steckt, als manch einer geglaubt hätte, und dass sie im Zusammenspiel mit ihrer Band - den Auvrettes - ein wunderschönes Bild stimmungsvoller Musik malen kann.

Hier sind die bahnbrechenden ersten Produktionen auf CD, im Ton gründlich nachbearbeitet. Mit den Klassikern "Pic" (Hommage an den berühmten Roncalli-Clown, der die Musik für eine seiner Nummern verwandte), "Rumba Pa Ti", "Ca Va", "Tiko Tiko" u. a.

Hier gehts zum Video "Tango Taquin"
aus der DVD